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Für Freundinnen, Freunde und Bekannte

Long Covid und ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) verändern oft auch Freundschaften. Mit kleinen Anpassungen bleibst du in Kontakt, auch wenn vieles ausfällt.

Lesezeit: etwa 3 Minuten

Illustration: Zwei Menschen sitzen auf dem Sofa und schauen lächelnd zusammen auf ein Handy.

Absagen nicht persönlich nehmen

Die Energie von Betroffenen schwankt oft von Tag zu Tag. Bei manchen werden die Beschwerden schon nach kleiner Belastung schlimmer, oft erst Stunden oder Tage später. Das nennt man PEM (Post-Exertionelle Malaise).

Auch ein schönes Treffen kann so nachwirken. Darum kommen Absagen manchmal kurzfristig. Der Person selbst tut das oft am meisten leid.

Bei PEM kann Überlastung den Zustand sogar dauerhaft verschlechtern. Die Krankheit kann dadurch chronisch und schwerer werden. Eine Absage kann dann die Gesundheit schützen.

Quellen: D-A-CH-Konsensus-Statement zu ME/CFS, 2024

Wenn Kontakte wegbrechen

Gerade im weiteren Bekanntenkreis bleibt die Rücksicht oft aus. Manche melden sich mit der Zeit nicht mehr. Wer viel zu Hause oder im Bett ist, verliert so schnell den Anschluss.

Denk auch an Partnerin, Partner oder Eltern der Person. Sie tragen viel und werden leicht übersehen.

«Alle liessen mich ohne Unterstützung und isoliert zurück … Familie, Freunde, Ärzte – weil niemand ME/CFS kannte»

Betroffene mit ME/CFS, 52Schweizer Studie, 2024 (übersetzt)

Quellen: Seite «ME & Long COVID» der Schweizerischen Gesellschaft für ME & CFS

Kontakt, der wenig Kraft kostet

  • Frag kurz vorher, ob es heute passt.
  • Triff dich lieber kurz und ruhig, etwa bei der Person zu Hause.
  • Halte die Runde klein, leise und ohne grelles Licht.
  • Die Person bestimmt, wann Schluss ist, ohne sich zu erklären.
  • Schreib ohne Antwortdruck, etwa: «Ich denke an dich. Du musst nicht antworten.»

Praktisch helfen

  • Frag konkret: «Ich gehe einkaufen. Soll ich dir etwas mitbringen?»
  • Bring nach Absprache etwas zu essen vorbei.
  • Biete Fahrten zu Terminen an oder hilf bei Briefen.
  • Sagt die Person nein, nimm das an, ohne beleidigt zu sein.

Ratschläge und Wundermittel weglassen

Viele Betroffene hören immer wieder gut gemeinte Tipps, auch von Bekannten. Sätze wie «Denk einfach positiv» machen Druck und klingen nach Zweifel. Zuhören hilft meist mehr.

Schick keine Links zu Wundermitteln. Eine heilende Behandlung gibt es bisher nicht. Long Covid Schweiz warnt vor unseriösen Angeboten mit Heilversprechen.

Was verletzt und was hilft

  • Statt«Du siehst doch gut aus.»Lieber«Schön, dass du da bist.»
  • Statt«Jeder ist mal müde.»Lieber«Ich glaube dir, dass es mehr ist als Müdigkeit.»
  • Statt«Du solltest mehr Sport machen.»Lieber«Ich richte mich nach deinem Tempo.»
  • StattNicht mehr einladen, weil ja doch eine Absage kommt.LieberWeiter einladen und sagen, dass Absagen okay sind.

Auch kleine Zeichen zeigen der Person, dass sie nicht vergessen ist.

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